Kohlweißlinge in der Landwirtschaft

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Zuletzt aktualisiert am 15.03.2024

Eine Übersicht über Arten und Schutzmaßnahmen

Kohlweißlinge, auch als Schmetterlinge der Familie Pieridae bekannt, gehören zu den häufigsten und gut erkennbaren Schmetterlingsarten in Deutschland. Diese Schmetterlingsfamilie umfasst zwei Hauptarten: den Großen Kohlweißling (Pieris brassicae) und den Kleinen Kohlweißling (Pieris rapae). Beide Arten sind in der Landwirtschaft und im Gartenbau für die Schäden bekannt, die ihre Raupen an Pflanzen aus der Kreuzblütlerfamilie, wie Kohl, Rucola, Radieschen und Raps, verursachen können. In diesem Artikel werden wir uns näher mit diesen beiden Kohlweißlingsarten befassen, ihre Unterschiede im Erscheinungsbild und Verhalten erläutern sowie Schutzmaßnahmen zur Prävention und Bekämpfung von Schäden durch Kohlweißlinge diskutieren.

Der Große Kohlweißling (Pieris brassicae)

Der Große Kohlweißling ist ein imposanter Schmetterling mit einer Flügelspannweite von bis zu sieben Zentimetern. Seine Flügel sind vorwiegend weiß, jedoch mit einer schwarzen Zeichnung an der Spitze und entlang eines Teils des äußeren Randes. Ein auffälliges Merkmal der Weibchen sind zwei runde schwarze Flecken auf den Vorderflügeln, während diese bei den Männchen nur von der Unterseite der Flügel sichtbar sind. Der Kopf und Körper dieser Schmetterlinge sind schwarz und mit weißer Behaarung bedeckt.

Die Eiablage des Großen Kohlweißlings erfolgt hauptsächlich im Mai und Juni. Die gelben, kegelförmigen Eier werden in großen Gruppen an der Unterseite von Blättern abgelegt. Die Raupen schlüpfen aus diesen Eiern und sind anfangs gelblich mit einem schwarzen Kopf. Später werden sie grün und zeigen gelbe Längsstreifen sowie auffällige schwarze Flecken mit weißen Punkten in ihrer Mitte. Die Raupen fressen in Gruppen und können die Blätter von Kohlpflanzen bis auf den Stiel kahl fressen. Nachdem sie eine Körperlänge von bis zu vier Zentimetern erreicht haben, verpuppen sie sich an der Pflanze oder an umliegenden Steinen und Hölzern. Die Puppen des Großen Kohlweißlings sind ebenfalls auffällig, mit schwarzen Flecken und spitzen Auswüchsen.

Der Kleine Kohlweißling (Pieris rapae)

Der Kleine Kohlweißling ist kleiner als sein großer Verwandter, mit einer Flügelspannweite von nur vier bis sechs Zentimetern. Die schwarze Zeichnung auf den Vorderflügeln reicht nicht bis an den äußeren Flügelrand. Die Weibchen tragen einen runden schwarzen Fleck auf den Vorderflügeln, während die Männchen diesen ebenfalls besitzen, jedoch weniger deutlich sichtbar. Im Vergleich zum Großen Kohlweißling ist der Kleine Kohlweißling weniger auffällig.

Die Eiablage des Kleinen Kohlweißlings erfolgt ebenfalls im Frühjahr, und die blassgelben Eier werden einzeln auf verschiedenen Pflanzen verteilt abgelegt. Dies macht sie schwerer zu entdecken, da sie auf der Unterseite der Blätter platziert werden. Die Raupen des Kleinen Kohlweißlings sind anfangs hellgelb und werden später vollständig grün. Sie leben einzeln und sind über den Bestand verteilt. Diese Raupen sind mit zarten Borsten bedeckt, die ihnen ein samtiges Aussehen verleihen. Eine gelbe Rückenlinie und gelbe Punkte auf den Segmenten sind ebenfalls charakteristisch. Die Raupen dringen oft in die Herzen der Pflanzen vor, was zu Verstümmelung und Verzweigung führen kann.

Schutzmaßnahmen gegen Kohlweißlingsbefall

Um einen Befall von Kohlweißlingen in landwirtschaftlichen Kulturen zu verhindern oder zu bekämpfen, gibt es verschiedene Schutzmaßnahmen:

  1. Netzabdeckung: In der Zeit von Mai bis Juni kann die Verwendung von Netzabdeckungen die Kulturpflanzen vor der Eiablage schützen.
  2. Sofortige Einarbeitung von Ernteresten: Um die Verpuppung verbliebener Raupen zu stören, sollten Erntereste sofort in den Boden eingearbeitet werden.
  3. Schlupfwespen: Verschiedene Schlupfwespen parasitieren die Eier, Larven und Puppen der Kohlweißlinge. Die Förderung dieser natürlichen Feinde kann dazu beitragen, den Befall zu reduzieren.
  4. Nektarspendende Blühpflanzen: Das Anpflanzen von blühenden Pflanzen in Kohlkulturen kann Marienkäfer und andere nützliche Insekten anlocken und die natürliche Schädlingsregulierung unterstützen.
  5. Nützlingsschonende Pflanzenschutzmittel: Bei Bedarf können Pflanzenschutzmittel auf der Basis von Bacillus thuringiensis oder Neemöl verwendet werden, da sie nützlingsschonender sind als Kontaktgifte.

Eine regelmäßige Kontrolle der Pflanzen auf Eigelege oder das Auftreten von Raupen ist entscheidend, um einen Befall frühzeitig zu erkennen und gezielte Schutzmaßnahmen einzuleiten. Durch die Kombination dieser Maßnahmen kann der Schaden durch Kohlweißlinge minimiert und die nachhaltige Landwirtschaft gefördert werden.

Antworten auf die gestellten Fragen (FAQ)

Wie viele Schmetterlingsarten der Familie Pieridae, die als Kohlweißlinge bekannt sind, sind in Deutschland verbreitet?

In Deutschland sind zwei Schmetterlingsarten der Familie Pieridae als Kohlweißlinge bekannt: der Große Kohlweißling (Pieris brassicae) und der Kleine Kohlweißling (Pieris rapae).

Welche Pflanzenfamilie wird von den Raupen der Kohlweißlinge als Nahrungsquelle bevorzugt?

Die Raupen der Kohlweißlinge bevorzugen Pflanzen aus der Kreuzblütler-Familie, zu der Gemüsesorten wie Kohl, Rucola, Radieschen und Raps gehören. Diese Pflanzen dienen als Hauptnahrungsquelle für die Raupen während ihrer Entwicklung.

Welche Gemeinsamkeiten gibt es zwischen dem Großen Kohlweißling und dem Kleinen Kohlweißling in Bezug auf ihr äußeres Erscheinungsbild?

Sowohl der Große Kohlweißling als auch der Kleine Kohlweißling weisen ähnliche Gemeinsamkeiten in ihrem äußeren Erscheinungsbild auf. Beide haben weiße Flügel, die an der Spitze bis über einen Teil des äußeren Randes schwarz gezeichnet sind. Ihre Körper und Köpfe sind schwarz mit weißer Behaarung.

Wie unterscheiden sich die Raupen des Großen Kohlweißlings von denen des Kleinen Kohlweißlings?

Die Raupen des Großen Kohlweißlings sind anfangs gelblich mit einem schwarzen Kopf. Spätere Larvenstadien sind zunehmend grün gefärbt und weisen gelbe längliche Streifen und auffällige schwarze Flecken mit weißen Punkten in deren Zentrum auf. Sie fressen in Gruppen und können Kohlblätter bis zum Kahlfraß skeletonieren. Die Raupen des Kleinen Kohlweißlings sind anfangs hellgelb und werden später gänzlich grün. Sie leben einzeln und sind mit hellen Borsten bedeckt, was ihnen ein samtiges Aussehen verleiht.

Was ist die Flügelspannweite des Großen Kohlweißlings, und wie sehen seine Flügel aus?

Der Große Kohlweißling hat eine Flügelspannweite von etwa sieben Zentimetern. Seine Flügel sind weiß und an der Spitze bis über einen Teil des äußeren Randes schwarz gezeichnet.

Welche Geschlechtsunterschiede gibt es bei den Kohlweißlingen in Bezug auf die Zeichnung auf den Flügeln?

Bei den Großen Kohlweißlingen haben die Weibchen zusätzlich zur typischen Flügelzeichnung zwei runde schwarze Flecken auf den Vorderflügeln. Diese sind bei den Männchen nur von der Flügelunterseite her sichtbar. Beim Kleinen Kohlweißling tragen die Weibchen ebenfalls schwarze Flecken auf den Vorderflügeln, während die Männchen nur einen runden schwarzen Fleck auf den Vorderflügeln haben.

Wann treten die Falter der Kohlweißlinge in Deutschland in der Regel auf, und was ist ihre Hauptnahrungsquelle?

Die Falter der Kohlweißlinge treten in Deutschland ab April auf. Ihre Hauptnahrungsquelle ist der Nektar von Blüten verschiedener Pflanzen.

Wann legt der Große Kohlweißling seine Eier ab, und wo auf den Pflanzen werden sie platziert?

Der Große Kohlweißling legt seine gelben, kegelförmigen Eier im Mai und Juni in großen Gruppen an den Blattunterseiten der Pflanzen aus der Kreuzblütler-Familie ab.

Wie sehen die Raupen des Großen Kohlweißlings in verschiedenen Entwicklungsstadien aus?

Die Raupen des Großen Kohlweißlings durchlaufen verschiedene Entwicklungsstadien. Sie beginnen gelblich mit schwarzem Kopf und werden später grün mit gelben länglichen Streifen und auffälligen schwarzen Flecken, in deren Zentrum weiße Punkte sitzen.

Welches Verhalten zeigen die Raupen des Großen Kohlweißlings in Bezug auf das Fressen von Pflanzen?

Die Raupen des Großen Kohlweißlings bleiben in Gruppen zusammen und fressen die Blätter von Kohlpflanzen bis zum Kahlfraß. Dabei hinterlassen sie große Mengen grün-schwarzer Kotkrümel.

Wie verpuppen sich die Raupen des Großen Kohlweißlings, und wie sehen die Puppen aus?

Die Raupen des Großen Kohlweißlings verpuppen sich an Pflanzen, Steinen oder Hölzern. Die Puppen sind auffällig, mit schwarzen Flecken und herausragenden Spitzen.

Wann schlüpft die neue Generation der Falter des Großen Kohlweißlings?

Die neue Generation der Falter des Großen Kohlweißlings schlüpft im Juli und verursacht einen spätsommerlichen stärkeren Befall an den Pflanzen.

Wie unterscheidet sich das Verhalten des Kleinen Kohlweißlings im Vergleich zum Großen Kohlweißling?

Der Kleine Kohlweißling tritt zeitgleich mit dem Großen Kohlweißling auf, ist jedoch insgesamt etwas unauffälliger als sein großer Verwandter.

Wie legt das Weibchen des Kleinen Kohlweißlings seine Eier ab, und wo sind sie zu finden?

Das Weibchen des Kleinen Kohlweißlings legt seine blassgelben Eier einzeln und über mehrere Pflanzen verteilt ab. Sie sind daher nur durch genaue Kontrolle der Blattunterseiten aufzuspüren.

Wie sehen die Raupen des Kleinen Kohlweißlings aus, und wie verhalten sie sich?

Die Raupen des Kleinen Kohlweißlings sind anfangs hellgelb und später gänzlich grün. Sie leben einzeln und sind mit hellen Borsten bedeckt, was ihnen ein samtiges Aussehen verleiht.

Welche Auswirkungen kann der Fraß des Kleinen Kohlweißlings auf Pflanzen haben?

Der Fraß des Kleinen Kohlweißlings kann dazu führen, dass die Pflanzen geschädigt werden, insbesondere wenn die Raupen in die Herzblätter eindringen. Dies kann zu Verstümmelung und verzweigtem Wachstum führen.

Welche Schutzmaßnahmen können gegen Kohlweißlingsbefall in landwirtschaftlichen Kulturen ergriffen werden?

Gegen Kohlweißlingsbefall können Schutzmaßnahmen wie Netzabdeckungen von Mai bis Juni, sofortiges Einarbeiten von Ernteresten, zeitige Bodenbearbeitung im Frühjahr, um überwinternde Puppen abzutöten, und der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln ergriffen werden.

Welche natürlichen Feinde können dazu beitragen, den Kohlweißlingsbefall zu reduzieren?

Verschiedene Schlupfwespen parasitieren die Eier, Larven und Puppen des Kohlweißlings. Außerdem können natürliche Feinde wie Vögel und Spinnen zur Reduzierung des Befalls beitragen.

Welche Bedeutung haben nektarspendende Blühpflanzen in Kohlkulturen?

Nektarspendende Blühpflanzen in Kohlkulturen sind wichtig, da sie den Faltern Nahrung in Form von Nektar bieten. Dies kann dazu beitragen, dass die Falter weniger Schäden an den Kohlpflanzen anrichten.

Warum sind nützlingsschonende Pflanzenschutzmittel bei der Bekämpfung von Kohlweißlingen von Vorteil?

Nützlingsschonende Pflanzenschutzmittel sind von Vorteil, da sie gezielter gegen Schädlinge wie den Kohlweißling vorgehen und gleichzeitig die natürlichen Feinde der Schädlinge schonen. Dies trägt zur Erhaltung des ökologischen Gleichgewichts bei.

Warum ist eine regelmäßige Kontrolle der Pflanzen auf Eigelege und Raupen wichtig?

Die regelmäßige Kontrolle der Pflanzen auf Eigelege und Raupen ist wichtig, um einen Befall frühzeitig zu erkennen und gezielte Maßnahmen zur Bekämpfung zu ergreifen. Dadurch kann der Schaden an den Pflanzen minimiert werden.

Welche Arten von Pflanzenschutzmitteln sind nützlingsschonend und können gegen Kohlweißlingsbefall eingesetzt werden?

Pflanzenschutzmittel auf Basis von Bacillus thuringiensis oder Neem gelten als nützlingsschonend, da sie gezielt gegen die Raupen des Kohlweißlings wirken und andere Nützlinge schonen. Sie sind eine gute Alternative zu Kontaktgiften wie Pyrethroide oder Rapsöl.

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