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Die meisten Ausfälle bei der Raupenzucht haben wenige, immer gleiche Ursachen. In diesem Beitrag fassen wir die häufigsten Fehler zusammen, die uns aus der Praxis bekannt sind, und zeigen, wie Sie sie vermeiden.
Fehler 1: Zu feuchte und schlecht belüftete Behälter
Nässe, stehende Wassertropfen, zu wenig Luft und Kot im Behälter sind die häufigste Ursache für Schimmel, Pilze und bakterielle Infektionen, denn Keime vermehren sich in feuchtwarmer, stehender Luft besonders schnell. Das gilt besonders für Schwärmer und Spinner. Halten Sie Behälter belüftet, reinigen Sie sie regelmäßig und verfüttern Sie kein nasses Futter.
Fehler 2: Kot und Wasser nicht beachten
Kot und flüssige Ausscheidungen sind eine Hauptinfektionsquelle. Lassen Sie Stängel nicht tagelang im Wasser mit Kotresten stehen, wechseln Sie das Wasser regelmäßig und halten Sie Raupen von ihrem Kot getrennt. Bewährt hat sich, statt Vasen mit Wasser Kunststoffdosen zu nutzen, weil das Futter dort vom Kot getrennt bleibt. Das Wasserfutter ist trotzdem weit verbreitet; wenn Sie es nutzen, sichern Sie die Öffnung gut gegen Ertrinken, zum Beispiel mit Watte oder Folie um den Stängel.
Fehler 3: Zu grobe Gaze und offene Behälter
Kleine Raupen entkommen innerhalb weniger Tage durch Netzstoff und Gazemaschen, weil sie winzig und sehr beweglich sind. Offene Netzbeutel ziehen außerdem Fliegen an, die Eier ablegen können. Nutzen Sie für Jungraupen feste Behälter und ziehen Sie ältere Raupen und größere Gruppen später in unser großes Schmetterlingshabitat um, weil fünf von sechs Seiten luftdurchlässig sind (die sechste ist ein Fenster zum Beobachten) und die feinen Netze Schlupfwespen und Spinnen draußen halten. Selbstgebaute Behälter aus Aquarium und Gaze sind je nach Bauweise oft schwer, schlecht belüftet, nicht ganz dicht (die nur etwa 2 mm große Schlupfwespe kommt hinein) und umständlich zu öffnen und zu reinigen. Ein Aquarium mit Gazedeckel ist eine Notlösung, mehr nicht.
Fehler 4: Futter falsch gewählt
Gespritzte Pflanzen aus dem Gartencenter oder Supermarkt sind eine der häufigsten Todesursachen, weil Pflanzenschutzmittel auch nach dem Abspülen wirken. Nehmen Sie Futter von ungespritzten Standorten und meiden Sie Pflanzen von Straßenrändern, auf denen sich Abgase und Streusalz ablagern. Wechseln Sie die Futterpflanze nicht mitten in der Zucht, denn der Darm der Raupe stellt sich auf die gewohnte Pflanze ein. Bestimmen Sie die Pflanze sicher, manche Arten verweigern verwandte Pflanzen.
Fehler 5: Puppen unsachgemäß behandeln
Kratzen Sie Puppen nicht von der Wand: Sie hängen mit dem Kremaster, einem kleinen Haken am Hinterende, in einem Gespinstpolster und werden leicht beschädigt. Waagerecht liegende Puppen ergeben Fehlbildungen, weil der Falter beim Schlupf keine Möglichkeit zum Aufhängen findet und die Flügel nicht richtig ausstreckt. Halten Sie den Behälter dicht, bis alle Falter geschlüpft sind. Offene Fenster und Türen am Zuchtplatz setzen Puppen Wespen und Ameisen aus, die Puppen anfressen. Für den Schlupf empfehlen wir unser großes Schmetterlingshabitat oder für kleinere Mengen das kleine Habitat: Weil Falter sich an glatten Flächen nicht festhalten können, brauchen sie eine raue, senkrechte Fläche; die feinen Netzwände bieten sie und halten zugleich Schlupfwespen und Spinnen draußen. Die Puppen hängen Sie über den Reißverschluss bequem ein. Gelb verfärbte Kokons öffnen Sie nicht sofort, sondern prüfen sie erst nach etwa einer Woche.
Fehler 6: Falter zu früh freilassen
Lassen Sie Falter erst frei, wenn die Flügel vollständig ausgehärtet sind, bei Sonne und gutem Wetter: Frische Flügel sind weich und tragen noch nicht, und kühles Wetter hält die Flugmuskeln steif. Heimische häufige Arten lassen Sie in der Region frei, aus der sie stammen. Nicht heimische Arten dürfen Sie nicht in die Natur entlassen.
Fehler 7: Wildfänge unterschätzen
Wildgesammelte Raupen und Puppen sind häufig von Schlupfwespen oder Raupenfliegen befallen. Erfahrungsgemäß geht bei Wildfängen etwa ein Zehntel der Tiere verloren, das ist normal. Deutlich mehr deutet auf Vorbelastung oder Haltungsfehler hin. Wildfang-Weibchen legen oft erst nach sieben bis zehn Tagen Eier, planen Sie also Geduld ein. Wer Raupen, Gelege oder Puppen in der Natur sammelt, nimmt sie am besten im kleinen Habitat mit nach Hause, weil es klein, mobil und günstiger als das große ist, sich verschließen lässt, sodass die Raupen auf dem Heimweg nicht herauskrabbeln, und Fressfeinde nicht hineinkommen.
Fehler 8: Zu enge Falterkäfige
Falter vieler Arten, etwa Zitronenfalter, Schachbrettfalter oder Taubenschwänzchen, paaren sich in engen Behältern nicht, weil die Paarung oft einen Balzflug erfordert. Auch ein großes Habitat bietet bei diesen Arten keine Garantie und ist mit 40 × 40 × 60 cm kein Ersatz für einen Flugkäfig starker Flieger; für kleine und mittlere Arten ist es aber die bessere Wahl, weil es Platz für kurze Flüge und raue Netzwände zum Ausruhen bietet. Besser ist es oft, Eier oder Raupen zu sammeln, statt die erwachsenen Tiere zu halten.
Häufige Fragen
Was ist der häufigste Fehler bei der Raupenzucht?
Zu feuchte, schlecht belüftete und nicht gereinigte Behälter, weil sich Keime dort rasch vermehren.
Warum entkommen meine Jungraupen?
Sie passen durch die Maschen von Gaze und Netzbeuteln. Nutzen Sie für die ersten Stadien feste Behälter; ältere Raupen ziehen später in unser großes Schmetterlingshabitat um.
Warum sterben meine Raupen nach dem Füttern?
Häufig durch gespritzte Futterpflanzen. Nutzen Sie ungespritzte Pflanzen vom Wildstandort oder aus dem eigenen Garten.
Darf ich Puppen von der Wand lösen?
Besser nicht, sie werden leicht beschädigt. Abgefallene Puppen können Sie am Kremaster befestigen und aufhängen.
Wann lasse ich Falter frei?
Wenn die Flügel vollständig ausgehärtet sind, bei Sonne und gutem Wetter.
Warum sind Wildfänge so oft krank?
Sie sind häufig parasitiert. Etwa ein Zehntel Verlust ist erfahrungsgemäß normal, deutlich mehr deutet auf Vorbelastung hin.
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