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Steckbrief: Automeris cecrops
Automeris cecrops · Pfauenspinner (Saturniidae)
🔎 Auf einen Blick
- Verbreitung: Nordamerika, Süd- und Mittelamerika
- Vorkommen (Länder): in mindestens 2 Ländern
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- Flügelspannweite: 70–90 mm
- Aktivität: nachtaktiv
- Generationen: 2 pro Jahr
- Entwicklung gesamt (Ei bis Falter): ca. 121 Tage (je nach Temperatur)
🥚 Ei und Eiablage
- Eiablage: In Gelegen (Eihaufen) – Die Eier werden in Gruppen auf Blättern der Raupenpflanze abgelegt.
Dauer des Eistadiums: ca. 8–12 Tage
Aussehen: Weiße Eier in Gruppen.
🐛 Raupe
- Futterpflanzen der Raupe: Eiche, Weiden, Kirsche, Liguster, Mesquite
vollständige Liste (5)
- Anzahl Futterpflanzen: 5 Pflanzenarten
- Lebensweise der Raupe: gesellig in Gruppen
- Larvenstadien: 5 (4 Häutungen)
- Raupenlänge (ausgewachsen): ca. 65 mm
Dauer der Raupenzeit: ca. 35–45 Tage
Aussehen: Grün mit nesselnden Dornen und rot-weißer Seitenlinie.
🟤 Puppe
- Puppenart: Kokon (Gespinst)
Dauer der Puppenzeit: ca. 21 Tage, überwinternd bis ca. 4 Monate
Aussehen: Lockerer Kokon zwischen Blättern.
🦋 Falter
- Flugzeit: ganzjährig (Tropen)
- Nahrung des Falters: Die Falter nehmen keine Nahrung auf; die Mundwerkzeuge sind zurückgebildet und sie leben von den Reserven der Raupe.
- Paarung: Weibchen locken mit Duftstoffen (meist nachts) – Die Weibchen locken nachts mit Duftstoff, die Männchen suchen sie fliegend auf.
- Lebensdauer: ca. 5–8 Tage
Aussehen: Braun-rosa mit großen Augenflecken auf den Hinterflügeln.
❄️ Überwinterung
- Überwinterung: als Puppe
- Diapause: ja (Winter- bzw. Ruhephase)
- Ruhephase: etwa 5–6 Monate (Richtwert) · Auslöser: Kälte und kürzere Tage
🔍 So finden Sie Automeris cecrops in der Natur
💡 Wissenswert
Alle Zeitangaben und Größen sind Richtwerte („ca.“): Sie sind Mittelwerte aus Zucht und Literatur und hängen stark von der Temperatur ab – je wärmer, desto schneller entwickeln sich Ei, Raupe und Puppe.
Zuchttipp: Wie der Io-Spinner leicht an Eiche oder Weide; Dornen nesseln.
Automeris cecrops ist ein Augenspinner aus dem Südwesten der USA und Mexiko, der mit seinen Augenflecken auf den Hinterflügeln beeindruckt. Wir zeigen Ihnen, was die Raupen fressen, warum Sie bei ihnen Handschuhe tragen sollten und wie der Kokon entsteht.
Überblick
Der Falter hat eine Spannweite von etwa 70 bis 90 Millimetern, ist braun bis rosa gefärbt und trägt große Augenflecken auf den Hinterflügeln. Seine Heimat sind bewaldete Berglandschaften mit Eichen im Südwesten der USA, vor allem in New Mexico und Arizona, bis nach Mexiko. Die Falter nehmen keine Nahrung auf, weil ihre Mundwerkzeuge zurückgebildet sind, und leben von den Reserven der Raupenzeit.
Wir betrachten die Art als gut machbar für Einsteiger in die Spinnerzucht, weil sie wie der bekannte Io-Spinner mit Eiche oder Weide auskommt. Beachten Sie aber den Hinweis zu den Brennhaaren weiter unten. Als nicht heimische Art darf sie nie in die freie Natur gelangen und wird nicht freigelassen.
Eier und Eiablage
Die Weibchen locken nachts mit Duftstoff, die Männchen suchen sie fliegend auf. Die weißen Eier werden in Gruppen von etwa 30 bis 40 Stück an der Futterpflanze abgelegt, oft ringförmig an Zweigen. Bis zum Schlupf vergehen etwa 8 bis 12 Tage.
Wir empfehlen, das Gelege samt Zweig im Behälter zu belassen, weil die Jungraupen dann direkt am passenden Futter schlüpfen und nicht suchen müssen.
Futterpflanzen
In der Natur wurden die Raupen vor allem an verschiedenen Eichen gefunden, in New Mexico gilt Quercus undulata als bevorzugt, daneben kommen Quercus grisea und Quercus gambelii vor. Weitere Futterpflanzen sind Weiden, Cercocarpus-Arten und Robinia neomexicana. In Gefangenschaft fraßen die Raupen auch andere Eichen und nahmen den Kanadischen Judasbaum (Cercis canadensis) sehr gern an. Auch Kirsche und Liguster werden angenommen.
Gehen die Eichen aus, knabbern die Raupen notfalls an Ulme, Weide, Robinie oder sogar Gräsern, sie bevorzugen aber eindeutig Eiche. Wir bieten deshalb möglichst durchgehend frische Eichenzweige an, weil die Raupen so ohne Futterumstellung gleichmäßig wachsen.
Raupenzeit und Haltung
Die Raupen durchlaufen etwa fünf Stadien und brauchen rund 35 bis 45 Tage bis zur vollen Größe von etwa 65 Millimetern. Die jungen Raupen fressen gesellig in Gruppen, die älteren leben einzeln. In der Natur findet man sie vom Sommer bis in den frühen Herbst. Die Raupen sind grün mit nesselnden Dornen und einer rot-weißen Seitenlinie.
Die Dornen sind Brennhaare. Die Wirkung ist unterschiedlich: Manche Menschen spüren kaum etwas, andere bekommen juckenden Ausschlag oder Quaddeln, die einige Tage anhalten. Sie gelten nicht als gefährlich, sollten aber mit Vorsicht behandelt werden. Wir tragen beim Futterwechsel immer Handschuhe und fassen die Raupen nie direkt an.
Kokon und Puppe
Zur Verpuppung spinnen die ausgewachsenen Raupen einen lockeren Kokon, meist in der Laubstreu am Boden, manchmal auch zwischen Blättern an der Pflanze. Die Puppe überwintert im Kokon. Die Puppenruhe dauert sehr unterschiedlich lang, etwa 21 bis 120 Tage.
Geben Sie den Raupen deshalb trockene Blätter auf den Boden des Behälters, weil sie den Kokon dort an ihrem natürlichen Platz anlegen. Im Freiland gibt es eine Generation mit Flugzeit von Mai bis August, möglich sind bis zu zwei.
Falter
Die Falter schlüpfen im Frühjahr und leben nur etwa fünf bis acht Tage. Für den Schlupf und das Beobachten der Falter eignet sich unser großes Schmetterlingshabitat, weil die Tiere dort genügend Platz zum Aufhängen und Entfalten der Flügel haben.
Alle Eckdaten zu Automeris cecrops finden Sie auch im Steckbrief mit Infokarte zum Ausdrucken in unserer Arbeitsblatt-Übersicht.
🛠 Zuchtaufbau Schritt für Schritt: Automeris cecrops
So bauen wir die Zucht von Automeris cecrops auf. Die Angaben stammen aus dem Steckbrief dieser Art und aus unserer Zuchtpraxis.
- 1. Futterpflanze beschaffen und frisch halten
Die Raupen fressen: Eiche, Weiden, Kirsche, Liguster, Mesquite. Bei Bäumen und Sträuchern schneiden wir Zweige mit jungen Blättern und stellen sie sofort in eine Vase mit Wasser; den Vasenhals verschließen wir mit Watte oder Frischhaltefolie, damit keine Raupe ins Wasser fällt. Noch besser ist ein junger Baum oder Strauch im Blumentopf (Baumschule), an dem die Blätter nachwachsen. Wichtig: nur ungespritzte, trockene Pflanzen ohne andere Insekten; gekaufte Pflanzen vorher 2–3 Wochen draußen stehen lassen, damit Pflanzenschutzmittel abgebaut sind. Die Raupenzeit ist lang (siehe Steckbrief oben) – ziehen Sie die Pflanzen deshalb vor, bevor Sie Eier oder Raupen bestellen. - 2. Behälter: Habitat, Zuchtbox oder Pflanze im Topf
Drei Aufbauten haben sich bewährt:- Schmetterlingshabitat: Die Futterpflanze steht im Blumentopf oder als Vase mit Zweigen in unserem Schmetterlingshabitat. Die Luft zirkuliert, Schimmel wird vermieden, und die Raupen finden das Futter selbst, wenn Blätter das Netz berühren. Das ist unser Standardaufbau.
- Zuchtbox: Eine große Kunststoffdose (Aufbewahrungsdose), aber nie luftdicht verschlossen. Die Öffnung decken wir mit Küchenpapier ab oder schneiden ein großes Loch in den Deckel und verschließen es mit Netz oder Küchenpapier. So bleiben Zweige und Blätter frisch, die Luftfeuchte bleibt hoch, und die Raupen bekommen trotzdem Luft. Die größte Gefahr ist Schimmel: Kot täglich entfernen, das Papier wechseln und die Box regelmäßig reinigen.
- Pflanze im Topf mit Haube: Über die Topfpflanze stülpen wir einen Organza- oder Gazebeutel oder stellen das Habitat darüber. Die Raupen fressen an der lebenden Pflanze, nichts muss geschnitten werden – ideal bei langer Raupenzeit.
- 3. Temperatur, Licht und Luftfeuchte
Die ideale Temperatur steht oben im Steckbrief. Als tropische Art braucht sie gleichmäßige Wärme (Heizmatte unter einem Teil des Behälters oder beheizter Raum). Bei Bedarf morgens die Luft neben den Pflanzen leicht besprühen – Blätter und Raupen bleiben trocken, Kondenswasser an den Wänden vermeiden. Keine direkte Sonne auf den Behälter. Luftfeuchte: Als tropische Art braucht sie 70–90 %, meist um 80 % – so wie im Schmetterlingshaus. Schimmel entsteht dabei nicht durch die feuchte Luft, sondern durch stehendes Wasser auf kalten Flächen. Deshalb: die Luft ständig leicht bewegen (kleiner Ventilator, nicht direkt auf die Tiere), den Behälter gleichmäßig warm halten, damit an Wänden und Deckel kein Kondenswasser entsteht, locker bepflanzen, Kot und welke Blätter täglich entfernen und nur glatte, abwischbare Materialien (Kunststoff, Glas, Netz) statt Holz oder Pappe verwenden. Morgens sprühen, abends abtrocknen lassen. Bei dauerhaft nassen Wänden lüften, nicht weniger befeuchten. Die Raupen sind vor allem in der Dämmerung und nachts aktiv – tagsüber sitzen sie oft still; das ist kein Grund zur Sorge. - 4. Tägliche Pflege
Jeden Tag: Kot entfernen, Küchenpapier wechseln, welke Blätter gegen frische tauschen und den Behälter auf Schimmel prüfen. Wochentlich reinigen wir Box oder Habitat mit heißem Wasser (ohne Reiniger). Raupen, die regungslos mit zurückgezogenem Kopf sitzen, häuten sich gerade – nicht berühren und nicht umsetzen. - 5. Verpuppung vorbereiten
Kokon: Die Raupe spinnt sich zwischen Blättern, Zweigen oder Küchenpapier ein. Wir legen trockene Blätter und Zweige dazu und öffnen den Kokon nie. Kurz vorher frisst die Raupe nicht mehr, wird unruhig und läuft umher (Wanderphase) – jetzt die Box nicht mehr öffnen als nötig. - 6. Überwinterung
Die Art überwintert als Puppe. Puppen lagern wir in einer belüfteten Dose mit leicht feuchtem Küchenpapier bei 2–8 °C (Gemüsefach des Kühlschranks oder frostgeschützt im Freien, z. B. Gartenschuppen). Im Frühjahr holen wir sie ins Warme; nach 2–4 Wochen schlüpfen die Falter. - 7. Schlupf und Falter
Für den Schlupf setzen wir auf unserem Schmetterlingshabitat (mindestens 40 × 40 × 60 cm): Der Falter braucht Platz und eine Netzwand zum Hochklettern, damit die Flügel sich entfalten und trocknen. Der Falter nimmt keine Nahrung auf (verkümmerter Rüssel) und lebt nur kurz – diese Zeit dient allein der Paarung und Eiablage. Exotische Falter werden nie freigelassen; sie bleiben im Habitat. - 8. Das empfehlen erfahrene Züchter
- Wie der Io-Spinner leicht an Eiche oder Weide; Dornen nesseln.
- Nie Raupen verschiedener Herkunft mischen und neue Tiere zuerst getrennt halten (Quarantäne) – so bleiben Krankheiten in einer Box.
- Pro Behälter eigene Pinsel und Tücher benutzen, vor und nach der Arbeit Hände waschen.
- Lieber weniger Raupen gut versorgen als viele zu eng: Gedränge und Feuchtigkeit sind die häufigsten Ursachen für Verluste.
- Beobachtungen im Zuchttagebuch festhalten (Temperatur, Stadien, Futter) – daraus lernen Sie für die nächste Generation am meisten.
Zeiten und Größen sind Richtwerte („ca.“); je wärmer, desto schneller die Entwicklung. Weitere Hinweise mit Quellen stehen im Steckbrief oben.
📔 Ihr Zucht-Tagebuch: Automeris cecrops
Züchten Sie diese Art gerade? Halten Sie Ihre Beobachtungen fest – ohne Konto, direkt hier. Sie sehen Ihre Entwicklung im Diagramm und können den Bericht am Ende mit anderen teilen.
Gut zu wissen: Was die Entwicklung beeinflusst
Die Entwicklung von Automeris cecrops hängt vor allem von der Temperatur ab: Raupen und Puppen sind wechselwarm, jedes Grad mehr beschleunigt Fressen und Wachstum. Wohl fühlt sich die Art bei etwa 22–27 °C; je kühler es ist, desto länger dauert die Entwicklung, und bei deutlich niedrigeren Temperaturen kommt sie fast zum Stillstand. Direkte Sonne auf dem Behälter sollten Sie vermeiden, weil sich Luft und Futter dann stark aufheizen.
Auch das Futter spielt eine Rolle: Auf frischen, jungen Blättern der Wirtspflanze wachsen Raupen meist schneller als auf alten, harten Blättern, und ein Wechsel der Futterpflanze kostet oft etwas Zeit. Die Raupe häutet sich insgesamt etwa 4-mal – kurz vor jeder Häutung frisst sie nicht und wirkt ruhig, das ist normal. Vor der Verpuppung spinnt sie sich in ein Gespinst (Kokon) ein; bieten Sie dafür Zweige, Papier oder Blätter an.
Die Puppenruhe dauert in der warmen Jahreszeit meist etwa 21 Tage; überwinternde Puppen ruhen bis zum nächsten Frühjahr. Der frisch geschlüpfte Falter braucht mindestens ein bis zwei Stunden, bis die Flügel ausgehärtet sind.
❄️ Sie starten in der kühlen Jahreszeit: In Räumen unter 20 °C dauert die Raupenphase schnell doppelt so lange wie im Sommer. Ein warmer Platz im Zimmer (nicht auf der Heizung, nicht in der Sonne) hilft – und tragen Sie die Zimmertemperatur ein, dann passt sich die Prognose an.
Tagebuch wird geladen …
Beispiel-Tagebuch: So kann Ihr Diagramm aussehen (Automeris cecrops)
Das ist kein echter Zuchtbericht, sondern ein Beispiel, das wir aus den Entwicklungsdaten unseres Steckbriefs zusammengestellt haben (Raupenzeit 40 Tage, bei etwa 24,5 °C). Sobald echte Tagebücher veröffentlicht sind, zeigen wir stattdessen diese.
Beispiel · Automeris cecrops
Futter: Eiche · Temperatur: 24,5 °C · Raupenphase: 40 Tage · Puppenphase: –
- 26.05. · Die Raupe · 8 mm – Alles ruhig, die Raupen fressen viel. Ich wechsle das Futter, sobald es welk wird. Länge ca. 8 mm.
- 02.06. · Die Raupe · 11 mm – Die Raupen sind gut angekommen und fressen schon. Frisches Futter (Eiche) liegt im Becken, gemessen habe ich etwa 11 mm.
- 10.06. · Die Raupe · 20 mm – Grün mit nesselnden Dornen und rot-weißer Seitenlinie. Länge aktuell ca. 20 mm.
- 18.06. · Die Raupe · 37 mm – Nach der nächsten Häutung sind es schon 37 mm. Die Temperatur liegt konstant bei 24,5 °C.
- 25.06. · Die Raupe · 55 mm – Fast ausgewachsen, ca. 55 mm. Sie frisst weniger und sucht schon einen Platz zum Verpuppen.
- 29.06. · Die Puppe – Es ist so weit: Die Raupe ist zur Puppe geworden. Ab jetzt heißt es warten.
- 29.07. · Die Puppe – Die Puppe überwintert – sie bleibt jetzt bis zum Frühjahr unverändert. Ich lagere sie kühl und schaue nur gelegentlich nach.
Häufige Fragen
Was fressen die Raupen von Automeris cecrops?
Vor allem Eiche, daneben Weide, Cercocarpus, Robinie und in Gefangenschaft auch den Kanadischen Judasbaum.
Sind die Raupen gefährlich?
Ihre Dornen sind Brennhaare. Sie können Juckreiz und Quaddeln auslösen und gelten als nicht gefährlich, sollten aber nicht berührt werden.
Wie viele Eier legt ein Weibchen in einem Gelege?
Etwa 30 bis 40 Eier, oft ringförmig an Zweigen der Futterpflanze.
Wie lange dauert die Raupenzeit?
Etwa 35 bis 45 Tage, in denen die Raupen rund 65 Millimeter lang werden.
Wo überwintert die Art?
Als Puppe im Kokon, meist in der Laubstreu am Boden.
Fressen die Falter etwas?
Nein, die Falter nehmen keine Nahrung auf und leben nur wenige Tage.
Fotos von Züchterinnen und Züchtern: Automeris cecrops
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