Großes Ochsenauge züchten: Gräser, Überwinterung und Stürzpuppe (Maniola jurtina)

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Steckbrief: Großes Ochsenauge ↗

Maniola jurtina · Augenfalter (Nymphalidae)

    Wann fliegt Großes Ochsenauge? Flugzeit in Deutschland, Österreich und der Schweiz, ungefähr: Juni – September. Häufigkeit (grobe Einschätzung): Deutschland häufig, Österreich häufig, Schweiz häufig. Generationen: 1 pro Jahr (ungefähr).

    🔎 Auf einen Blick

    • Verbreitung: Europa, Afrika, Asien
    • Vorkommen (Länder): in mindestens 42 Ländern
      Länder anzeigen
    • Flügelspannweite: 40–50 mm
    • Aktivität: tagaktiv
    • Generationen: 1 pro Jahr
    • Entwicklung gesamt (Ei bis Falter): ca. 313 Tage (je nach Temperatur)
    📅 Findezeit in Mitteleuropa
    🥚 EierJanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDez
    🐛 RaupenJanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDez
    🟤 PuppenJanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDez
    🦋 FalterJanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDez

    🥚 Ei und Eiablage

    Dauer des Eistadiums: ca. 14–21 Tage
    Aussehen: Blassgelbe, gerippte Eier einzeln an Grashalmen.

    🐛 Raupe

    Dauer der Raupenzeit: ca. 9 Monate
    Aussehen: Hellgrün mit weißer Seitenlinie, fein behaart, zwei weiße Schwanzspitzen; frisst nachts.

    🟤 Puppe

    Dauer der Puppenzeit: ca. 21–28 Tage
    Aussehen: Grünliche Stürzpuppe mit dunklen Streifen, hängt an Halmen.

    🦋 Falter

    Aussehen: Braun mit orangem Feld und einem kleinen Augenfleck auf dem Vorderflügel.

    ❄️ Überwinterung

    • Überwinterung: als Raupe
    • Diapause: ja (Winter- bzw. Ruhephase)
    • Ruhephase: etwa 5–6 Monate (Richtwert) · Auslöser: Kälte und kürzere Tage
    • Jetzt im Kalender: Oktober: Die Raupen draußen geschützt überwintern lassen (Topf mit Futterpflanze, Netz gegen Räuber); nicht aufwärmen.

    🔍 So finden Sie Großes Ochsenauge in der Natur

    Wo suchen?
    Wiesen, Weiden, Waldränder, Brachen, Gärten und Straßenränder in ganz Mitteleuropa, häufig und weit verbreitet bis in die Gebirge.
    Eier
    Die Eier werden einzeln im Flug oder auf Halmen zwischen Gräsern abgelegt; sie sind sehr klein und praktisch nicht auffindbar.
    Raupen
    Die grünen, behaarten Raupen fressen nachts und verstecken sich tagsüber im Grasbüschel am Boden; sie überwintern klein. Suche mit Kescher im Grasbestand im Frühjahr.
    Puppen
    Die Puppe hängt in der Vegetation nahe am Boden; sehr schwer zu finden.
    Falter
    Falter fliegen von Juni bis September auf Wiesen und an Wegrändern und besuchen Disteln, Skabiosen und Flockenblumen; sie sind auch bei leichter Bewölkung aktiv.
    Wichtigster Tipp
    Im Juli auf blumenreichen Wiesen und Wegrändern nach braunen Faltern mit dem Augenfleck Ausschau halten.

    💡 Wissenswert

    Häufigster Wiesenfalter
    Das Große Ochsenauge zählt zu den häufigsten und am weitesten verbreiteten Tagfaltern auf Wiesen Europas.
    Augenfleck als Ablenkung
    Der Augenfleck am Vorderflügel lenkt Angriffe von Fressfeinden vom empfindlichen Körper ab. Die Weibchen zeigen zusätzlich ein orangefarbenes Feld.
    Modell der Genetikforschung
    Die Punktmuster der Art variieren stark. Sie dienten in der Populationsgenetik als klassisches Untersuchungsobjekt.

    📚 Gut zu wissen – mit Quellen

    Zusammenfassungen von Aussagen der verlinkten Quellen (Fachseiten, Foren, Studien). Das Originalzitat sehen Sie, wenn Sie mit der Maus über „Quelle“ fahren.

    Lebensdauer und Pflege des Falters
    Lebensdauer der Falter ohne Sommerpause 21-42 Tage, mit Sommerpause 72-141 Tage; Nektar vor allem an violetten Blüten. Laut Quelle recht einfach an Gräsern zu züchten. Quelle: bund-rlp.de ↗
    Schutz und Recht
    In Rheinland-Pfalz nicht gefährdet. Quelle: bund-rlp.de ↗
    Angabe der genannten Quelle ohne Gewähr; maßgeblich ist die aktuelle Rechtslage in Ihrem Land.

    Alle Zeitangaben und Größen sind Richtwerte („ca.“): Sie sind Mittelwerte aus Zucht und Literatur und hängen stark von der Temperatur ab – je wärmer, desto schneller entwickeln sich Ei, Raupe und Puppe.

    Zuchttipp: Benötigt eingetopfte Gräser und eine Überwinterung im Freien; die Raupe frisst den Winter über bei milden Temperaturen langsam weiter.

    ⚠️ Diese Art kann in Ihrem Land unter Artenschutz stehen oder gefährdet sein: Entnehmen Sie keine Tiere aus der Natur und beziehen Sie Zuchttiere nur aus dem Handel.

    Das Große Ochsenauge ist einer der häufigsten Wiesenfalter und überrascht mit einer langen Raupenzeit, die den ganzen Winter umfasst. Wir erklären Ihnen, welche Gräser sich eignen und was die Raupen im Winter tun.

    Großes Ochsenauge züchten: Gräser, Überwinterung und Stürzpuppe (Maniola jurtina) – Foto
    Großes Ochsenauge (Maniola jurtina) – Foto · Foto: TheOtherKev / Pixabay / Pixabay-Inhaltslizenz · verkleinert
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    Überblick

    Der braune Falter hat eine Spannweite von etwa 40 bis 55 Millimetern und trägt auf den Vorderflügeln einen Augenfleck. Er fliegt von etwa Juni bis September in nur einer Generation pro Jahr; die Männchen sind etwas kleiner als die Weibchen.

    Wir stufen die Zucht als mittelschwer ein: Das Futter ist leicht zu bekommen, aber die Raupen brauchen von August bis zum Mai des Folgejahres, also fast ein dreiviertel Jahr. Einsteiger brauchen daher vor allem Geduld und frisches Gras.

    Die Raupe lebt unauffällig im Gras und ist deshalb schwer zu finden. Wer die Art beobachten möchte, sollte sie als Ei oder junge Raupe aufnehmen und die lange Entwicklung einplanen. Der Vorteil: Bis zum Falter lernen Sie fast alle Phasen des Insektenjahres kennen, vom Sommerei bis zur Frühjahrspuppe.

    Eier und Eiablage

    Die Weibchen legen die Eier einzeln auf oder zwischen Gräser, oft nahe am Boden. Die Eier sind rundlich, strohgelb mit rötlichen Flecken. Nach etwa zwei bis drei Wochen schlüpfen die Raupen.

    Für die Zucht ist es am einfachsten, die Weibchen an frischem Gras im Behälter legen zu lassen, weil sie ihre Eier gern direkt an Halmen absetzen.

    Futterpflanzen der Raupen

    Die Raupen fressen verschiedene Süßgräser, besonders gern Wiesen-Rispengras. Außerdem werden Schaf-Schwingel, Rot-Schwingel, Knäuelgras, Fiederzwenke, Aufrechte Trespe und Wolliges Honiggras angenommen.

    Wir empfehlen eingetopfte Gräser, weil sie sich im Behälter lange frisch halten und die Raupen dort in Ruhe fressen können. Mischen Sie mehrere Grasarten, damit die Raupen die Wahl haben.

    Schneiden Sie keine ganzen Wiesenstücke ab, sondern verwenden Sie wurzelnde Horste im Blumentopf, weil die Raupen am Fuß der Halme sitzen und dort Schutz suchen. Frisch gemähtes Gras welkt schnell und ist nach einem Tag für die Raupen nicht mehr geeignet.

    Raupenzeit und Überwinterung

    Die Raupe ist hellgrün mit dunklem Rückenstreifen und frisst bevorzugt nachts. Die Entwicklung verläuft unterschiedlich schnell; manche Raupen wachsen schon im Herbst weit heran. In der Natur sitzen die Raupen den Winter über einzeln tief in Grashorsten und fressen nur an milden Tagen. Im März beginnen sie wieder, nachts am frischen Austrieb zu fressen.

    Achten Sie auf trockenes, nicht staunasses Gras und entfernen Sie regelmäßig Kot und welke Halme, damit nichts schimmelt.

    Die Entwicklungsgeschwindigkeit ist teilweise erblich bedingt, deshalb sind die Raupen eines Geleges nicht alle gleich groß. Das ist normal und kein Zeichen für ein Problem.

    Verpuppung

    Im Frühjahr hängt sich die Raupe als Stürzpuppe an einem Grashalm auf. Die Puppe ist grünlich bis hell, manchmal auch dunkler gefärbt und ruht etwa drei Wochen. Hängen Sie nach der Verpuppung nichts mehr um, sondern lassen Sie die Halme ungestört.

    Die Falter schlüpfen aus den Stürzpuppen meist nach etwa drei Wochen. Stellen Sie sicher, dass die Halme, an denen die Puppen hängen, stabil stehen, damit die Tiere beim Schlüpfen nicht abstürzen.

    Falter und Paarung

    Die Falter schlüpfen ab Juni, die Männchen meist einige Tage vor den Weibchen. Sie saugen Nektar an Disteln, Flockenblumen, Thymian und Brombeere und leben nur etwa 5 bis 12 Tage. Zum Schlüpfen und Aushärten der Flügel brauchen die Tiere Platz und Halt zum Hängen; dafür eignet sich unser großes Schmetterlingshabitat, in dem Sie sie außerdem gut beobachten können.

    Die Weibchen legen bereits in den ersten Lebenstagen Eier, deshalb sollten Sie Gräser zur Eiablage bereithalten.

    Alle Eckdaten zu Großes Ochsenauge finden Sie auch im Steckbrief mit Infokarte zum Ausdrucken in unserer Arbeitsblatt-Übersicht.

    🛠 Zuchtaufbau Schritt für Schritt: Großes Ochsenauge

    So bauen wir die Zucht von Großes Ochsenauge auf. Die Angaben stammen aus dem Steckbrief dieser Art und aus unserer Zuchtpraxis.

    1. 1. Futterpflanze beschaffen und frisch halten
      Die Raupen fressen: Gräser: Rispengras, Ruchgras, Straußgras, Wiesen-Schwingel. Krautige Pflanzen ziehen wir als lebende Pflanze im Blumentopf (Gärtnerei, Garten oder selbst ausgesät). Mit „im Blumentopf“ meinen wir also die Pflanze samt Wurzel in Erde – nicht den Behälter der Raupen. Zwei bis drei Töpfe im Wechsel sind ideal, dann kann sich eine abgefressene Pflanze erholen. Wichtig: nur ungespritzte, trockene Pflanzen ohne andere Insekten; gekaufte Pflanzen vorher 2–3 Wochen draußen stehen lassen, damit Pflanzenschutzmittel abgebaut sind.
    2. 2. Behälter: Habitat, Zuchtbox oder Pflanze im Topf
      Drei Aufbauten haben sich bewährt:
      • Schmetterlingshabitat: Die Futterpflanze steht im Blumentopf oder als Vase mit Zweigen in unserem Schmetterlingshabitat. Die Luft zirkuliert, Schimmel wird vermieden, und die Raupen finden das Futter selbst, wenn Blätter das Netz berühren. Das ist unser Standardaufbau.
      • Zuchtbox: Eine große Kunststoffdose (Aufbewahrungsdose), aber nie luftdicht verschlossen. Die Öffnung decken wir mit Küchenpapier ab oder schneiden ein großes Loch in den Deckel und verschließen es mit Netz oder Küchenpapier. So bleiben Zweige und Blätter frisch, die Luftfeuchte bleibt hoch, und die Raupen bekommen trotzdem Luft. Die größte Gefahr ist Schimmel: Kot täglich entfernen, das Papier wechseln und die Box regelmäßig reinigen.
      • Pflanze im Topf mit Haube: Über die Topfpflanze stülpen wir einen Organza- oder Gazebeutel oder stellen das Habitat darüber. Die Raupen fressen an der lebenden Pflanze, nichts muss geschnitten werden – ideal bei langer Raupenzeit.
      Kleine Raupen: In einer 5-Liter-Box oder einem Habitat halten wir höchstens 15–20 Raupen zusammen. Die Raupenhaare können die Haut reizen: Handschuhe tragen und die Raupen nicht mit bloßen Händen anfassen. Zum Umsetzen den Pinsel nehmen; je nach Größe der Raupe schieben Sie sie mit dem Pinsel vorsichtig auf einen Löffel und setzen sie damit um.
    3. 3. Temperatur, Licht und Luftfeuchte
      Die ideale Temperatur steht oben im Steckbrief. Zimmertemperatur reicht; ein heller Platz ohne direkte Sonne oder ein schattiger Balkon ist ideal. Draußen entwickelt sich die Art im natürlichen Rhythmus, drinnen etwas schneller. Luftfeuchte: Wir halten die Zucht bei 40–60 %, im Mittel etwa 50 % – das entspricht dem, was die Tiere in der Natur im Durchschnitt vorfinden. Dauerhaft über 60 % steigt die Schimmelgefahr; dann besser lüften und weniger sprühen. Die Luftfeuchte schwankt je nach Tageszeit und Temperatur, deshalb reicht ein grober Richtwert.
    4. 4. Tägliche Pflege
      Jeden Tag: Kot entfernen, Küchenpapier wechseln, welke Blätter gegen frische tauschen und den Behälter auf Schimmel prüfen. Wochentlich reinigen wir Box oder Habitat mit heißem Wasser (ohne Reiniger). Raupen, die regungslos mit zurückgezogenem Kopf sitzen, häuten sich gerade – nicht berühren und nicht umsetzen.
    5. 5. Verpuppung vorbereiten
      Stürzpuppe: Die Raupe hängt sich kopfunter an Deckel, Netz oder Zweig. Der Behälter braucht oben eine raue Fläche (Netz, Küchenpapier unter dem Deckel, Zweige). Puppen lassen wir hängen; abgefallene Puppen legen wir auf Küchenpapier nahe der Netzwand, damit der Falter beim Schlupf hochklettern kann. Kurz vorher frisst die Raupe nicht mehr, wird unruhig und läuft umher (Wanderphase) – jetzt die Box nicht mehr öffnen als nötig.
    6. 6. Überwinterung
      Die Art überwintert als Raupe. Die Jungraupe braucht echte Kälte: Pflanze im Blumentopf mit Gazebeutel im Freien an einer geschützten Stelle lassen (nicht in der Wohnung weiterziehen). Im Frühjahr frisst sie weiter, sobald die Pflanze austreibt.
    7. 7. Schlupf und Falter
      Für den Schlupf setzen wir auf unserem Schmetterlingshabitat (mindestens 40 × 40 × 60 cm): Der Falter braucht Platz und eine Netzwand zum Hochklettern, damit die Flügel sich entfalten und trocknen. Wir bieten nektarreiche Blüten oder Zuckerwasser 1:10 auf einem Schwamm an. Heimische Falter lassen wir an einem warmen, trockenen Tag (über 15 °C) frei – am besten dort, wo die Futterpflanze wächst.
    8. 8. Das empfehlen erfahrene Züchter
      • Benötigt eingetopfte Gräser und eine Überwinterung im Freien; die Raupe frisst den Winter über bei milden Temperaturen langsam weiter.
      • Nie Raupen verschiedener Herkunft mischen und neue Tiere zuerst getrennt halten (Quarantäne) – so bleiben Krankheiten in einer Box.
      • Pro Behälter eigene Pinsel und Tücher benutzen, vor und nach der Arbeit Hände waschen.
      • Lieber weniger Raupen gut versorgen als viele zu eng: Gedränge und Feuchtigkeit sind die häufigsten Ursachen für Verluste.
      • Beobachtungen im Zuchttagebuch festhalten (Temperatur, Stadien, Futter) – daraus lernen Sie für die nächste Generation am meisten.

    Zeiten und Größen sind Richtwerte („ca.“); je wärmer, desto schneller die Entwicklung. Weitere Hinweise mit Quellen stehen im Steckbrief oben.

    📔 Ihr Zucht-Tagebuch: Großes Ochsenauge

    Züchten Sie diese Art gerade? Halten Sie Ihre Beobachtungen fest – ohne Konto, direkt hier. Sie sehen Ihre Entwicklung im Diagramm und können den Bericht am Ende mit anderen teilen.

    Gut zu wissen: Was die Entwicklung beeinflusst

    Die Entwicklung von Großes Ochsenauge hängt vor allem von der Temperatur ab: Raupen und Puppen sind wechselwarm, jedes Grad mehr beschleunigt Fressen und Wachstum. Wohl fühlt sich die Art bei etwa 18–24 °C; je kühler es ist, desto länger dauert die Entwicklung, und bei deutlich niedrigeren Temperaturen kommt sie fast zum Stillstand. Direkte Sonne auf dem Behälter sollten Sie vermeiden, weil sich Luft und Futter dann stark aufheizen.
    Auch das Futter spielt eine Rolle: Auf frischen, jungen Blättern der Wirtspflanze wachsen Raupen meist schneller als auf alten, harten Blättern, und ein Wechsel der Futterpflanze kostet oft etwas Zeit. Die Raupe häutet sich insgesamt etwa 4-mal – kurz vor jeder Häutung frisst sie nicht und wirkt ruhig, das ist normal. Vor der Verpuppung wandert sie umher und sucht einen Platz zum Aufhängen.
    Die Puppenruhe dauert bei Zimmertemperatur bei dieser Art meist 21–28 Tage. Kurz vor dem Schlupf wird die Puppe dunkel und die Flügelzeichnung scheint durch. Der frisch geschlüpfte Falter braucht mindestens ein bis zwei Stunden, bis die Flügel ausgehärtet sind.

    ❄️ Sie starten in der kühlen Jahreszeit: In Räumen unter 20 °C dauert die Raupenphase schnell doppelt so lange wie im Sommer. Ein warmer Platz im Zimmer (nicht auf der Heizung, nicht in der Sonne) hilft – und tragen Sie die Zimmertemperatur ein, dann passt sich die Prognose an.

    Mehr zu Temperatur und Entwicklung in unseren Ratgebern ↗

    Tagebuch wird geladen …

    Beispiel-Tagebuch: So kann Ihr Diagramm aussehen (Großes Ochsenauge)

    Das ist kein echter Zuchtbericht, sondern ein Beispiel, das wir aus den Entwicklungsdaten unseres Steckbriefs zusammengestellt haben (Raupenzeit 270 Tage, bei etwa 21 °C). Sobald echte Tagebücher veröffentlicht sind, zeigen wir stattdessen diese.

    Beispiel · Großes Ochsenauge

    Futter: Gräser · Temperatur: 21 °C · Raupenphase: 270 Tage · Puppenphase: 25 Tage

    🌿 Gräser10203040009.05.3816.06.7624.07.11431.08.15208.10.19015.11.22823.12.26630.01.Tage seit Beginnmm🐛 Die Raupe🟤 Die Puppe
    • 16.06. · Die Raupe · 4 mm – Die Raupen sind gut angekommen und fressen schon. Frisches Futter (Gräser) liegt im Becken, gemessen habe ich etwa 4 mm.
    • 03.08. · Die Raupe · 5 mm – Erste Häutung beobachtet: Die Raupe saß einen Tag still und ist danach deutlich größer. Jetzt etwa 5 mm.
    • 26.09. · Die Raupe · 8 mm – Nach der nächsten Häutung sind es schon 8 mm. Die Temperatur liegt konstant bei 21 °C.
    • 19.11. · Die Raupe · 14 mm – Jetzt wächst sie sichtbar: etwa 14 mm. Es fällt deutlich mehr Kot an, deshalb reinige ich das Behältnis täglich.
    • 07.01. · Die Raupe · 21 mm – Die Raupe ist jetzt richtig groß (21 mm) und frisst weniger. Ich lasse ihr Ruhe und genug Platz.
    • 03.02. · Die Puppe – Heute hat sich die Raupe verpuppt. Die Puppe sieht so aus: Grünliche Stürzpuppe mit dunklen Streifen, hängt an Halmen.
    • 16.02. · Die Puppe – Nichts Neues bei der Puppe, die Temperatur bleibt bei 21 °C. Geduld.
    • 28.02. · Der Falter – Heute ist der Falter da – die Flügel sind noch weich, deshalb lasse ich ihn ungestört hängen.
    • 02.03. · Der Falter – Nach einem Tag Ruhe habe ich den Falter bei schönem Wetter freigelassen. Er flog sofort los.

    🌿 Überwinterung, Fütterung und Paarung: Großes Ochsenauge

    Was wir bei Großes Ochsenauge über den Winter, die Falter und die Paarung beachten. Die Angaben sind Richtwerte aus der Haltung; je nach Raum und Stamm kann es abweichen.

    ❄️ Überwinterung und Diapause

    Die kleine Raupe überwintert bei uns im Freien an eingetopften Gräsern. Wir stellen den Topf geschützt auf Balkon oder Terrasse, im Netz gegen Räuber, und halten die Erde nur leicht feucht, ohne Staunässe. Kein Kühlschrank, kein Gefrierschrank; im Frühjahr wächst sie von selbst weiter.

    🍯 Fütterung der Falter

    Die Falter fressen Nektar. Bei Bedarf bieten wir Zuckerwasser (ca. 1:10) auf einem Schwämmchen oder frische Blüten an; Handfütterung ist selten nötig. Notfalls entrollen wir den Rüssel vorsichtig mit einer dünnen Nadel und setzen ihn in einen Tropfen.

    💞 Paarung

    Die Männchen suchen bei Sonne die Weibchen.

    ♂♀ Männchen und Weibchen unterscheiden

    Männchen sind kleiner und dunkler, mit schmalerem orangem Feld und einem dunklen Duftschuppenstreifen auf dem Vorderflügel. Weibchen sind größer, mit breitem leuchtend orangem Feld. Auch die Weibchen erkennen wir am Verhalten: Sie legen die Eier ab und suchen dafür gezielt die Futterpflanze der Raupen ab.

    Bilder: Großes Ochsenauge züchten: Gräser, Überwinterung und Stürzpuppe (Maniola jurtina)

    Großes Ochsenauge züchten: Gräser, Überwinterung und Stürzpuppe (Maniola jurtina) – Foto
    Großes Ochsenauge (Maniola jurtina) – Foto · Foto: emmess / Pixabay / Pixabay-Inhaltslizenz · verkleinert
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    Häufige Fragen

    Was fressen die Raupen des Großen Ochsenauges?

    Verschiedene Süßgräser, vor allem Wiesen-Rispengras, Schwingel-Arten, Knäuelgras und Fiederzwenke.

    Wie lange dauert die Entwicklung?

    Etwa von August bis Mai als Raupe, danach ruht die Puppe etwa drei Wochen; es gibt eine Generation pro Jahr.

    Wie überwintert das Große Ochsenauge?

    Als Raupe, die einzeln tief in Grashorsten sitzt und nur an milden Tagen frisst.

    Wo legt das Weibchen die Eier ab?

    Einzeln auf oder zwischen Gräsern, häufig nahe am Boden.

    Ist die Art für Einsteiger geeignet?

    Bedingt. Das Futter ist leicht erhältlich, aber die lange Raupenzeit verlangt Geduld.

    Wie lange leben die Falter?

    Meist etwa 5 bis 12 Tage.

    Fotos von Züchterinnen und Züchtern: Großes Ochsenauge

    Haben Sie diese Art (Großes Ochsenauge) selbst gezüchtet? Teilen Sie Ihre Fotos mit uns auf dieser Seite: einfach Foto hochladen, wir geben es frei, und andere Besucher können es hier ansehen. Besonders willkommen sind Fotos vom Ei, von der Raupe, vom Falter oder vom Zuchtaufbau für Großes Ochsenauge.

    📷 Eigene Zuchtfotos beitragen


    Sie können mehrere Fotos auf einmal auswählen (bis zu 10). Art, Kategorie und Pflanze vom ersten Foto übernehmen wir automatisch für alle weiteren – bei jedem weiteren Foto können Sie diese Angaben einzeln ändern.

    Mit „Zuchtaufbau“ zeigen Sie, wie Sie Ihre Zucht eingerichtet haben (Behälter, Futter, Standort).

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